Geschrieben von Michael    |   Samstag, 30.07.2011
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Kokosnuss Übersicht
Kokosnuss
Kategorie: Nüsse
Name: Kokosnuss
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Gattung: Cocos
Art: nucifera
Paradiesisch
    
Kokosnuss - Leckeres und Interessantes:
Nährstoffe pro 100 g
Energie: 150 kcal
Wasser: 45 g
Proteine: 4 g
Fett: 35 g
Zucker: 4 g
Cellulose: 10 g
Kalium: 380 mg
Phosphor: 95 mg
Calcium: 20 mg
Beschreibung:
Die Palmen und ihre Kokosnüsse sind ein Symbol für Exotik. Aber die sind auch richtig widerstandsfähiges „Unkraut“. Sie kann tausende Meilen auf See zurücklegen und dann an irgend einem Strand anfangen zu keimen und am Ende steht da wieder eine Palme, die ihrerseits Nüsse trägt.

Außen besteht die Frucht aus einer glatten, meist grünen Schicht, unter der sich eine dicke, Matte aus Fasern befindet. Diese Schicht schützt vor Stößen und das ist gut so, da die Nuss ja aus großen Höhen fallen können muss, ohne kaputt zu gehen. Unter der Fasermatte befindet sich die harte innere Schale. An ihrer Innenseite, also darunter, ist das leckere, weiße Fruchtfleisch. Außerdem enthält der Kern noch ca. ½ Liter süße Flüssigkeit – die einfach göttlich schmeckt. Botanisch gesehen dient die als Süßwasservorrat, damit die Nuss auch ein einem Strand keimen und der Spross wachsen kann.

Ist die Kokosnuss noch jung, so ist das Fruchtfleisch zart. Mit fortschreitender Reifung wird das Fleisch immer härter und würziger – mit Nuancen von Butter. Der trübe Saft im Inneren (das Kokoswasser) enthält viele Nährstoffe. Er ist aber ganz etwas anderes als „Kokosmilch“ – die entsteht nämlich durch auspressen des reifen, geraspelten Fruchtfleisches.

Verzehr:
Eine Kokosnuss isst Du am besten so: Zuerst suchst Du nach den drei „Augen“ – das sind die Keimporen an der Oberseite. Eine davon ist relativ dünnhäutig. Du stichst einfach mit einem Kreuz-Schraubenzieher diese und noch eine weitere durch. Wenn es sein muss, dann hilft ein Hammer ein wenig nach. Sobald die Löcher gestochen sind, gießt Du den Saft erst mal in ein großes Glas ab. Der sollte entweder sofort getrunken werden, oder bald in den Kühlschrank – Kokoswasser gärt nämlich bei Zimmertemperatur bereits nach ein paar Stunden.

Es gibt verschiedene Methoden, die Nuss aufzubekommen. Ich sage mal: Manche sind geschickter, sicherer und sauberer als andere. Für mich hat sich diese als am Besten erwiesen:
Mein Kokos-Öffnungs-Kit: Ein Maurerhammer, ein großer Kreuz-Schraubenzieher, ein großer Schlitz-Schraubenzieher, ein Jutesack.
Nachdem die Nuss entwässert ist, stecke ich sie in eine Jutesack (eine festere Plastiktüte tut es auch). Dann gehe ich damit nach draußen und lege das ganze auf einen Holzklotz (ein Brett auf dem Boden geht auch). Ich habe einen Maurer-Hammer. Der ist auf einer Seite spitz, auf der anderen ein ganz normaler Hammer. Die Nuss im Sack auf dem Stück Holz schlage ich jetzt mit 3 kontrollierten, sehr heftigen Schlägen auf das Ding ein J. Im Normalfall zerbricht die Nuss dadurch. Alle Splitter befinden sich im Jutesack. Dann noch ein paar saftige Schläge auf die größten Bruchstücke und wieder zurück in die Küche. Nun sortiere ich die Bruchstücke aus dem Sack und löse mit dem Schlitz-Schraubenzieher das Fleisch von der Innenseite. Das ist voller Splitter und Haare, kann aber leicht gewaschen werden. Den Sack schüttelst Du am besten noch umgedreht draußen aus, damit er für das nächste mal wieder sauber ist.

Reifestadien:
Unterschieden werden Kokosnüsse in 4 Graden ihrer Reife:

  • junge Kokosnüsse: Zartes und dünnes Fleisch, viel süßer, gelegentlich schokoladiger Saft. Die Sorten „Pagode Light“ und „Buko“ sind solche Leckereien.
  • Halbreife Kokosnüsse: Die Nuss ist schon reifer und das Fleisch dicker, es ist aber noch elastisch und die Menge an Kokoswasser ist noch recht hoch.
  • Reife Kokosnüsse: Das Fleisch ist dick (über 1 cm) und fest. Der Saft ist konzentriert und schmeckt stark aromatisch. Wenn sie überhaupt in normalen Supermärkten Kokosnüsse finden, dann in diesem Stadium, weil sie so am längsten haltbar sind.
  • Gekeimte Kokosnüsse: Ihr inneres ist mit einer Masse ausgefüllt, die ein wenig an Weißbrot erinnert. Wasser ist kaum noch vorhanden, das Fleisch ist knackig und mit einem buttrigen, dünnen Film überzogen, der auf der Zunge regelrecht zergeht.
Außerdem gibt es noch 2 Arten von Kokosnüssen, die nochmal anders sind, weil sie „natürlich mutiert“ sind:

  • Kokosnuss „Kopyor“: Je reifer die Nuss wird, umso mehr löst sich das Fleisch im Saft im Inneren der Nuss auf, und erinnert ein wenig an ein Milchdessert.
  • Butterkokosnuss (z.B. Sorte „Macapuno“): Extrem viel Fleisch (ca. 2 cm dick), welches jedoch zart ist. Der Saft ist oftmals eher dickflüssig.
Lagerung:
Die äußere, grüne Schicht entfernt, jedoch die Kokosmatte um den Nusskern belassen, hält sich die Nuss am längsten – nämlich mehrere Wochen lang. Wird die Faserschicht entfernt (so wie man das aus dem Supermarkt kennt), hält sich die Nuss nur 2-3 Tage, je nach Temperatur. Der Reifegrad spielt dafür auch keine Rolle, das ist bei allen Reifen gleich, außer die Vollreifen. Die halten sich im Kühlschrank sogar über 1 Woche. Bei noch kälteren Temperaturen um die 1°C lässt sich die Lagerdauer bis über 3 Wochen ausdehnen.

Der Saft ist außerhalb der Nuss im Kühlschrank mehrere Tage haltbar. Bei Zimmertemperatur gärt er schon nach einigen Stunden. Mir schmeckt’s nicht, andere wiederum schwören darauf und sagen, es erinnere sie an Buttermilch.  

Botanik:
Kokospalmen sind botanisch gesehen keine Bäume, sondern Palmengewächse. Der „Stamm“ ist eigentlich ein Riesenstängel. Sie kann bis zu 30 Meter hoch werden und wächst durch Zunahme des Oberteils in die Höhe. Dort erneuern sich unentwegt die Blätter der Palme und dadurch wird sie immer höher. Eine weitere Leckerei ist das Palmenherz: Das ist ein Bündel noch weißer, eingerollter Jungblätter, die auf dem Wipfel der Palme sitzen. Köstlich!

Die Blätter der Palme (die Palmwedel) können bei großen Palmen bis zu 6 Meter lang werden. An den Palmwedel sind feine Blättchen, die dem Wind kaum Widerstand bieten. Mal abgesehen davon, dass der „Stamm“ sehr biegsam ist, ist das wohl der Hauptgrund, warum Palmen bei tropischen Stürmen und Zyklonen gut überleben.

Zu praktisch jedem Zeitpunkt befinden sich auf der Palme über ein Dutzend Nüsse in allen möglichen Reifergraden. Von der Blüte bis zur Reife dauert es ca. 10 Monate.

Weil außer regelmäßigem Regenfall und einer gewissen Wärme diese Palmen sonst nichts brauchen, werden sie heute fast überall auf der Welt angebaut, wo entsprechendes Klima herrscht. Dennoch stammen über 90% der Ernten aus dem asiatischen und ozeanischen Raum.

Geschichte:

Im Prinzip hat man keine Ahnung, wo die Kokosnüsse wirklich her sind. Es gibt einen Haufen Spekulationen, die mir nicht bewiesen scheinen. Da sich die Nuss über die Ozeane schon seit Urzeiten ohne menschliches Zutun verbreitet hat, ist es einfach schwer zu sagen, wo das anfing. Dennoch hat der Mensch dann bei der Verbreitung letztlich kräftig mitgeholfen. Marco Polo und portugiesische Entdeckungsreisende haben die Nuss dann in Europa bekannt gemacht. Die schwersten Kokosnüsse wiegen bis zu 20 kg und sind damit die größten Samen der Pflanzenwelt.
  
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